Ihr Lieben, ich melde mich aus dem „Off“. Es gibt Nachfragen... und ja, einen solch` großen Zeitabstand zwischen meinen Blogartikeln gab es bisher nicht annähernd. Das hat Gründe - aber vorab: mir geht es (den Umständen entsprechend) gut!
Nur: meinen letzten Beitrag vom 1. März - einen Tag nach dem Start des „brutalen, völkerrechtswidrigen Angriffskrieges“ auf den Iran (diese Bezeichnung habe ich bzgl. des Ukrainekrieges gelernt) hielt ich dann zurück. Und die Ereignisse überschlugen sich. In den darauffolgenden Tagen änderte ich meinen Text dutzende Male bis es ein neuer wurde. Und daraus wurden dann einige verschiedene Texte mit je unterschiedlichen Kernthemen – alle in Verbindung mit dem Iran, der Ukraine und der gesamten Militarisierung. Es wurden hunderte Seiten, denn: da ist immer das Problem mit der Vorgeschichte und in diesem speziellen Fall meine intensive Recherche vor relativ genau 10 Jahren – Unmengen von Informationen und Daten. Wie das alles in kurzen Worten aufzeigen? Das ist unmöglich.
Die Welt ist bunt – sie ist eben nicht Schwarz-Weiß. Und das betrifft einfach alles – es ist auch der Grund, warum ich selbst grundsätzlich alles hinterfrage, insbesondere dann, wenn die Botschaft, die ich erhalten soll, doch so zwingend eindeutig und gleichzeitig trivial ist. Ich habe ziemlich viele Alarmglocken und diese läuten besonders laut, wenn es gerade bei politischen Themen eine angeblich 100-%-ige und scheinbar einfache Wahrheit gibt. Das schließe ich grundsätzlich schon einmal aus. Wenn diese Botschaft dann noch mit spalterischen Phrasen und emotionalen Bildern und Worten permanent wiederholt wird – so dass man sich dieser Botschaft, selbst wenn man wollte, gar nicht mehr entziehen kann - dann ist der Widerstand in mir bereits vorhanden, bevor ich mir tiefere Einblicke verschafft habe. Dieser Widerstand wandelt sich dann um in Motivation – denn es geht immer um Gerechtigkeit und im weiteren Sinne damit um Balance.
Dass unsere Welt aus den Fugen ist – und das schon lange – ist nichts Neues. Aber wenn das noch mutwillig forciert wird, anstatt den Versuch zu unternehmen, sich der Balance zumindest anzunähern, dann funktioniert das bei mir wie mit einem An-Aus-Knopf, ich bin „getriggert“ und „an“. Und die Maschine läuft und läuft und läuft... Jetzt arbeite ich an einem Projekt, das meine volle Aufmerksamkeit erfordert. Es wird noch etwas dauern, denn all die Spektralfarben werden einbezogen. Daher wird es auch noch weiterhin nicht so viele Artikel und Infos auf Frieden und Diplomatie geben, wie sonst gewohnt. Mittlerweile jedoch gibt es unzählige, wunderbare, sehr empfehlenswerte Stellen gerade für Aktuelles (da hat sich so viel getan!), dass ich sehr gern noch einmal darauf verweise (siehe z.B. die Medienliste und die Friedensgruppen).
An dieser Stelle dennoch ein paar Worte zu aktuellen Geschehnissen.
Präsident Trumps Verhalten ist nicht erratisch
Trump ist meines Erachtens alles Andere als erratisch – und dennoch ist es zu einem Modewort geworden, einem Stempel, den man scheinbar jetzt zwingend in Verbindung mit ihm – als wäre es sein zweiter Vorname – nutzen muss. Es verschleiert eigene Fehler, eigene Verstrickungen, es lenkt ab und es funktioniert wie ein Totschlagargument. Wenn Trump erratisch ist, dann erübrigt sich jegliches Hinterfragen, jegliche Tiefe.
Ich sehe es – mit Verlaub - völlig anders: Wenn man eine (kontrollierte) Chaosstrategie gezielt verfolgt, dann ist sein Handeln nicht erratisch, sondern absehbar bzw. sogar absolut zwingend. Und diese wird fortwährend propagiert.
Man kann sich aber auch sehr gut an den Börsenkursen orientieren, in den letzten 2 Monaten wurden Milliarden allein mit dem Irankrieg gemacht. Es wäre auch wirklich vorteilhaft – sofern es noch Journalisten oder Politiker etc. gibt (wer auch immer die öffentliche „Meinung“ maßgeblich steuert), die überhaupt noch Interesse an Fakten haben – sich einmal mit der Umgebung Trumps zu beschäftigen. Denn diese „predigen“ ihre Strategie seit geraumer Zeit, posaunen sie von jeder Bühne und in jedes Mikrophon. Sie sind aggressiv dabei (nicht: „sie werden künftig“), unsere Welt grundlegend umzubauen.
Wir stehen auch nicht am Anfang, es ist der Endspurt. Nur deswegen scheuen sie sich nicht mehr, auszusprechen, worum es geht. Das ist das Beängstigende daran: sie sind sich offensichtlich sicher, dass die Gesellschaft soweit ist, dass man ihr alles verkaufen kann und sie einfach alles schluckt - ohne Kritik, ohne Hinterfragen, ohne Mitzudenken, ohne Emotion, ohne Empörung und damit ohne Widerstand. Und "sie" sind einfach alle, die sich beteiligen oder noch beteiligen werden.
Nach all dem barbarischen Grauen der letzten Jahre nur eine Frage an dieser Stelle: Wo genau war die Empörung, als Trump ganz offen drohte, die gesamte iranische Bevölkerung auszulöschen? Wörtlich: "Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht sterben und nie wieder zurückkehren." Und: "...das US-Militär wird den Rest von Iran erledigen“.
Ist es denn nicht so: die GESAMTE Menschheit – abgesehen von den abgehobenen, narzisstischen, unmenschlichen „Elite“-gestalten und allen, die zuarbeiten – hätte auf die Barrikaden gehen müssen? Wäre das nicht das Selbstverständlichste der Welt?
Stattdessen sind wir soweit gekommen, dass ERNSTHAFT die Menschenrechte (Teil des Völkerrechts) kritisch diskutiert werden. Die Debatten werden immer kruder, sie rücken die grundlegenden Menschenrechte in ein negatives Licht, das Völkerrecht sei so fehlerhaft, dass obsolet – und außerdem: es wurde ja sowieso noch nie eingehalten...
Also ja, in der öffentlichen Debatte gibt es noch Kritik, allerdings an Allem und Jedem, der nicht der Aggressivität, Barbarei und der Kriegswirtschaft unwidersprochen folgt. Kritisiert werden Diejenigen, die sich gegen die falsche Feindbildkonstruktion und auch den offenen Rassismus wehren. Die Doppelmoral durchtränkt sämtliche institutionelle und gesellschaftliche Strukturen. Es wird zeitgleich gegen Rassismus an anderer Stelle vorgegangen, das Thema ist ganz groß, wird genutzt, um vom eigenen Rassismus abzulenken.
Destruktion und Täuschung
Ablenkung und Hysterie zur Spaltung der Gesellschaften sind seit über 20 Jahren mit auf der Agenda - auf eine andere Art und Weise als sie vermutlich seit Jahrtausenden auf der Agenda der Mächtigen, der „Elite“ (ich mag das Wort nicht, denn es ist grundlegend positiv konnotiert) oder des Kapitals stehen. Diese Strategie wurde perfektioniert, ist hochprofessionell verfeinert worden und durchdringt sämtliche, wesentliche Bereiche. Ich denke, aktuell befinden wir uns auf einem Empörungs-, Ablenkungs- und Spaltungshöhepunkt, man kann es auch Zerstörungspeak nennen. Die Destruktion betrifft sämtliche Lebensbereiche, der Krieg ist da und die Schlachtfelder sind unsere Köpfe. Die Technik machte das alles möglich und die KI beschleunigt es mit unvorstellbarem Tempo. Es war bisher eine schleichende, leise, intransparente, verborgene Revolution von oben. Jetzt ist sie an die Oberfläche gebracht worden und dennoch geschieht alles nicht nur weiter, sondern verschlimmert sich rasant.
Vor ein paar Stunden gab es wieder eine Iran-Demo in Frankfurt. Dort wurde skaliert: „Wir werden hier bleiben, bis der Iran frei wird.“ Mit Freiheit meinen sie genau was? Eine Teilnehmerin liefert die Antwort: „Meine Familie im Iran ist wie überhaupt viele im Iran bereit, ihr Leben zu opfern. Für die Freiheit unseres Landes.“ Und sie „hofft, dass der Krieg bald fortgesetzt wird“. Sie hat also eine höhere Vision, die über das Leben ihrer Familie hinausgeht: der Staat – dieses Kontrollkonstrukt – muss „frei“ werden, die eigenen Leben sind zweitrangig - also für die nachfolgenden Generationen, die es dann aber nicht mehr gibt? Wie muss man sich das vorstellen? Wie wäre es mit der Forderung nach Alternativen zum Töten und Zerstören? Es gäbe ja so viele Möglichkeiten...
Im Übrigen wird gezielt die Wirtschaft zerstört: „Hauptziel der Angriffe war der industrialisierte Iran... Neben militärischen Zielen wurden über 20.000 Fabrikanlagen beschädigt... und selbst die lokale Milchindustrie ist betroffen...“.
Ein Komet rast auf uns zu?
Die Ukraine, der Iran und all die weiteren heißen Kriege aktuell – sie werden sich ausweiten. Auch der Großkrieg in Europa – geht es nach unseren Verantwortlichen – steht fest auf der Agenda. Über ihn wird geredet, als wäre er unumgänglich, eine Naturkatastrophe, die Hellseher vorausgesagt haben und die sicher eintritt. Oder als hätten Astronomen einen Kometen entdeckt mit den Einschlagskoordinaten Baltikum (ziemlich ungenau!) und den unexakten Zeitdaten (aber dennoch „sicher“).
Diese esoterische Vorhersage und das dazugehörige Feindbild werden in unsere Köpfe implantiert – es gibt kein Entkommen. Und wenn die Geschichte noch so irrational ist, sie wird wiederholt. Manchmal sogar innerhalb eines Atemzugs mit der Feststellung, dass Russland es nicht schaffe, den gesamten Donbass zu „erobern“. Es stellen sich also zwangsläufig folgende Fragen: Wie soll das gehen, warum soll das geschehen und warum tut niemand etwas dagegen, wenn es doch so sicher scheint? Pure Aufrüstung ohne Diplomatie und (wie im Kalten Krieg) Abrüstungsplänen, die Implementierung der Kriegswirtschaft sind ein Heraufbeschwören und ein fokussierter Kurs auf diesen Krieg.
Die ganze Welt redet und wirtschaftet mit Russland (auch die USA), nur nicht Großteile Europas, allen voran Deutschland mit seinem Führungsanspruch (BK Merz) beim Kriegsaufbau. Man könnte zumindest diesen Krieg beenden, wenn da nicht diese Strategie wäre – es ist wie ein Zusammenspiel. Die Zerstörung wird aufgeteilt, die USA (und Andere) richten sich im Nahen und Mittleren Osten ein und Europa, v.a. Deutschland, konzentriert sich auf sein eigenes Gebiet. Besonders clever ist das nicht (es sei denn, man hat andere Pläne). Deutschland ist jetzt laut SIPRI an 4. Stelle weltweit, wenn es um die Militärausgaben geht. Es ist höchste Zeit, „Nein“ zu sagen.
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