Neues Buch von Erich Vad: "Abschreckend oder erschreckend"

Veröffentlicht am 9. Juni 2024 um 17:11

"Was hat das Südchinesische Meer mit der Krim-Halbinsel zu tun? Sind die USA noch unser Freund und Helfer? Apropos: Unter welcher Flagge kämpft eigentlich Europa?

Dr. Erich Vad, Brigadegeneral a.D. und militärpolitischer Berater der ehemaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel, liefert Antworten: Europa braucht nachhaltige Sicherheit.

Und die kommt nicht von allein, sondern nur, wenn wir etwas dafür tun, und sie kommt hoffentlich auch aus Deutschland.

Denn wenn wir das Leben, wie wir es kennen, und unsere Freiheit bewahren wollen, dann müssen wir unsere eigenen - deutschen wie europäischen - Interessen kennen und danach handeln. Das macht uns zu einem Staat und Kontinent, der die Stärke und den Einfluss besitzt, Lösungen zu finden und durchzusetzen.

Erich Vad zeigt Wege auf, durch glaubwürdige militärische Abschreckung, Verteidigungsfähigkeit und Diplomatie Kriege zu verhindern und den Frieden zu bewahren.

Ein Buch für alle, die wissen wollen, was es braucht, um Europa zu stärken und den Frieden zu wahren."

westendverlag.de, abschreckend oder erschreckend


"Eskalation des Ukrainekriegs wäre nur für Selenskyj hilfreich"

Im Interview mit Simon Zeise warnt der frühere Brigadegeneral Erich Vad vor Militärschlägen auf russisches Territorium. Das Risiko der nuklearen Eskalation steige.  (berliner-zeitung.de, 09.06.2024)

"Vor kurzem noch hat die Ukraine – neben der Beschießung auch ziviler russischer Infrastruktur im Raum Belgorod – russische Radarstationen, die zum nuklearen Frühwarnsystem der Russen gehören, über 1000 Kilometer tief in Russland angegriffen und zerstört. Solche Schläge gegen Ziele im russischen Hinterland haben ein immens hohes Eskalationsrisiko, wenn sie gegen Anlagen der Nuklearstreitkräfte geführt würden...

Luftschläge auf das russische Hinterland haben für die ukrainische Regierung den politischen Vorteil, dass sie medial Erfolge vorweisen kann.

Aber sie ändern nichts an der militärischen Gesamtlage. Sie sind kein Gamechanger, sondern tragen in sich die Gefahr einer weiteren Eskalation.

Man sollte – neben Waffenlieferungen – nach Wegen suchen, um aus dem Krieg, in dem es keine militärische Lösung gibt, rauszukommen. Der ausschließliche Blick auf größere Kaliber bei unseren Waffenlieferungen ist zu verkürzt...

Bislang gibt es verschiedene Friedensinitiativen: aus China, der Türkei oder der Schweiz.

Aus Deutschland und von der EU ist nichts gekommen. Wir spielen brav die Unterstützerrolle für die Nato.

Nicht mehr und nicht weniger. Selbst auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges wurde militärische Stärke immer mit Interessenausgleich, Dialogbereitschaft und vertrauensbildenden Maßnahmen flankiert...

Eine verantwortliche Außenpolitik sieht anders aus.

Sie muss gerade in Konflikten und Kriegen auf Interessenausgleich ausgerichtet sein, nicht auf das Anheizen von bestehenden Konflikten zwischen Nationen zum Wohl der eigenen, scheinbar werteorientierten Hypermoral, die bei genauem Hinsehen oft Doppelmoral ist...

Ein realistisches Ausstiegsszenario sehe ich derzeit nicht mehr. Bei der sogenannten Schweizer Friedenskonferenz im Juni sind die wesentlichen Akteure China und Russland nicht vertreten. Auch die USA schicken nur Vertreter aus der zweiten Reihe...

Eigentlich wäre die Beendigung eines Krieges in Europa eine genuin europäische Aufgabe..."


Erich Vad beim Friedensgebet in der Nikolaikirche am 15.4.2024


Ausgewählte Texte und Interviews

„Wer von Moral spricht, wird immer den Krieg verlängern, wer von Interessen spricht, der sucht Lösungen.“

Michael von der Schulenburg


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